Stadtgrün wächst von unten

Das ist doch lustig! Da arbeiten die Gemeinschaftsgärten in Hamburg seit Jahren an neuen Konzepten für städtisches Grün und gestalten gemeinsam, experimentell und selbstbestimmt urbanen Raum – da tauschen sich urban gardening Projekte in Netzwerken wie dem „Solidarischen Gemüse“ aus, sitzen an runden Behördentischen um Staatsräte zu beraten, entwickeln Modelle für eine essbare und soziale Stadt … 

… und dann wird eine „Stadtwerkstatt“ zu diesem Thema veranstaltet und nichts von alledem wird einbezogen. „Stadtgrün für alle – Hamburg gemeinsam gestalten und erhalten“ steht da. Aber das Programmheft der Veranstaltung kündigt zu bürgerschaftlichem Engagement und kooperativer Planung bei der Gestaltung von Grün- und Freiräumen nur zwei Referenten aus Berlin an. 

Man könnte sich über so viel Expertise seitens dieser „Stadtwerkstatt“ wundern, die an den örtlichen Experten vorbei, die Sachkenntnis in der Ferne sucht. Sind die lokalen Akteure zu erfahren und geriete die behördliche Planungshoheit in Gefahr, wenn man sie einbezöge? Was mag wohl das politische Ziel einer solchen „Stadtwerkstatt“ sein, die eine „Plattform für Bürgerbeteiligung bei Hamburger Planungsprojekten“ sein will?

Nun ja, was soll’s – wie wir Garten-Gestalter und Natur-Erhalter wissen, wächst Stadtgrün für alle, falls es wächst, von unten!

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Und wieder grüßt das Soli-Gemüse …

Es trafen sich auf dem Gartendeck urbane Zart- und Feingemüse und verspeisten wieder Rohes, Gerührtes, Gebackenes und Gekochtes. Kein Netzwerktreffen ohne Köstlichkeiten wie bunte Kleinstkartoffeln oder Rote-Beete-Nuss-Soße.

Um Inhalte ging es dann bei der Planung eines Refugee-Welcome-Garden-Info-Stands (vorläufiger Arbeitstitel), an dem sich alle sechs anwesenden Gärten beteiligen wollen.

Ausserdem wird das Soli-Gemüse mit zwei Gartenaktivistinnen auf dem überregionalen Urban Gardening Sommercamp vertreten sein, das vom 22-24. August in Nürnberg stattfindet.

Geplaudert wurde auch über ungelegte Eier unter dem Motto: „Wir wollten Zukunft werden und sind schon museumsreif!“ und über Entwicklungshilfestrategien für die Kooperation mit Behörden, Politik und Verwaltung.

Ansonsten Termine Termine Termine: am Samstag den 23. August kocht die Keimzelle mit dem Hof vorm Deich wilde Tomaten zu einer Suppe, weil an diesem Tag irgendwie viele in der Marktstraße nette Dinge im öffentlichen Raum tun. Am Sonntag den 24. August können alle im Interkulturellen Garten Wilhelmsburg ab 15 Uhr kulturübergreifend tanzen. Für Donnerstag den 18. September kann mensch sich schon mal das „Ende der Utopie“ in der Keimzelle vormerken. Und am Mittwoch den 24. September findet das nächste Soli-Gemüse-Vernetzungstreffen statt.

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Kurz war das Fernsehen da

Heute war dann mal auf die Schnelle der NDR fürs Hamburg Journal zugegen – warum? Weil die Grünen mehr Flächen für Gemeinschaftsgärten fordern. Und bei der Frage, was die Verwaltung da so tun könne, lag es nahe, auch das Wasserthema anzusprechen – wir haben schließlich nach der Hitzewelle nun Wind, das hat so richtig schöne Wüstenböden zur Folge …

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Soli-Gemüse hat sich getroffen und …

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… es gab im Netzwerk der Stadtgärten so viel zu berichten, dass gleich ein nächster Termin am 13. August auf dem Gartendeck vereinbart werden musste.

Bei Brot und Dipp, Rote-Beete-Salat und Zucchini-Auberginen-Antipasti, Tomatensuppe und gebratenen Krautblättern saßen Vertreter_innen vom Interkulturellen Garten Billstedt, Gartendeck St. Pauli, der Keimzelle und dem Waldgarten aus dem Karoviertel, Hof vorm Deich von Vierlande und dem Interkulturellen Garten in Wilhelmsburg bis in die Dunkelheit bei Kebab in Altona zusammen.

Und das war zu hören: Einige Projekte expandieren, obwohl man ihnen mit der Aufkündigung der Duldung droht. Andere wachsen, weil so viele Bürger unterschiedlicher kultureller Hintergründe gärtnern wollen. Wieder andere wollen öffentlich den Sinn ihres Daseins überdenken. Im Süden Hamburgs soll mit Flüchtlingen gegärtnert werden und es wird kulturübergreifend getanzt. Diskutiert haben alle das Verhältnis von Einzelparzellennachfrage und Gemeinschaftsflächenengagement sowie die Frage, wie Artenvielfalt durch Tomatenretter gesichert werden kann. Von der solidarischen Raumnahme wurde berichtet, denn manche Gärten müssen für ihren Verbleib kämpfen, weil dort, wo sie sind, gebaut werden soll. Andere wiederum müssen sich Gedanken über den Verbleib der Mengen an köstlichem Humus machen, den sie durch Bodenpflege produzieren. Unglaublich produktiv diese Gärten. Sie produzieren solidarische Gemeinschaften, Tomaten aller Art, Humus und Gesprächskultur.

Beim nächsten Mal wird es um gemeinsame Aktionen gehen, wie einem Stand auf dem Schanzenfest, oder um die Nachbereitung des Runden BSU Tisches. Auch auf der Tagesordnung stehen dann Kompost-Wiki und das überregionale Gartentreffen in Nürnberg.

Übrigens: Am 24. August ab 16 Uhr kann wieder kulturübergreifend getanzt werden im Interkulturellen Garten Wilhelmsburg.

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The Making Of Keimzelle

Man muss die Feste feiern, wie der Gewitterregen kommt! Am Donnerstag und Freitag letzter Woche zwischen zwei Hitzewellen hatte das Filmteam von Ella von der Haide in der Keimzelle die wunderbare Gelegenheit herunter prasselnden Regen und seegroße Pfützen zu filmen. Das ist besonders! Wer will schon die ewigen Gartenbilder mit blauem Himmel?

Also wurde am Donnerstag im Regen interviewt und in den Regenpausen geerntet und am Freitag wurde  im Regen für das Sommerfest aufgebaut und in einer Regenpause glänzte mit ihrem beeindruckenden Auftritt die singende Tulpe.

Dann ging es zur letzten Begrünung vor der Shoppingmall an den Bauzaun der Alten Rindermarkthalle und am Ende gab es leckeren Gemüseeintopf, Brot, Kapuzinerkresse und unter dem Pavillon wurde bis spät in die Dunkelheit gesessen und geplaudert.

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Sommerfest mit Filmteam

hallo hallo – wir bekommen Besuch von der Dokumentarfilmerin Ella von der Heide und feiern ein kleines Sommerfest.

Am Freitag 25.Juli ab 16 Uhr

mit Rumlungern in der Keimzelle
gegen 16:20 Uhr hoffen wir auf die singende Tulpe
dann Suppe mit Kräutern aus Eigenernte
Brot und Spiele (Wasserwettrennen nach dem Motto: No Greenwashing without water)
und schließlich ein performativer Abschluss (letzte Begrünung vor der Shoppingmall)

Alles mit Filmteam
In dem Film von Ella von der Heide wird es darum gehen, fünf möglichst unterschiedliche urbane Gärten in Deutschland zu portraitieren und zu zeigen, welche emanzipatorischen, politischen, künstlerischen und sozialen Ideen damit verwoben sind. Anhand der Keimzelle wird thematisiert, wie ein Garten im städtischen, öffentlichen Raum funktionieren und aussehen kann und es soll der Vernetzungsgedanke und „Recht auf Stadt“ diskutieren werden. 

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aus dem Gehege und Sommerfestankündigung

Save the Date: Am Freitag den 25. Juli gibt es nachmittags ein kleines Sommerfest in der Keimzelle mit lustigen Spielchen, Speisen, Musik und einem Filmteam!

Ansonsten „bounced die Kapuzinerkresse langsam aus’m Gehege“, wie ein Keimling trocken vermerkte und überhaupt gedeiht bei diesem Sommer alles ganz prächtig:

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Programmierfehler im Schlaraffenland

Im literarischen Original soll ja die Rede von reifen Trauben sein, die einem im Schlaraffenland in den Mund wachsen. Das erscheint sinnig, denn wer will schon unreife Trauben essen?

Nun begab es sich aber so, dass in der Welt des realexistierenden Schlaraffenlandes in Zeiten des Kapitalismus im Hamburger Karoviertel jüngst die unreifen Fenchelpflänzchen schon vor ihrer Zeit verschwanden oder dem winzigen Knollensellerie das ganze Kraut verlustig ging, bevor er eine Erdfrucht ausbilden konnte, oder auch dem Rotkohl noch bevor er überhaupt daran denken konnte, ein Rundkohl zu werden, die Blätter eines schönen Tages fehlten. Doch immerhin: der rote Kohlrabi war fast schon rund und reif als er aus dem Gewächshaus heraus und durch die Lüfte schwebte um sicherlich in jemanden offenen Mundes zu landen.

Und übrigens am Sonntag den 22.Juni 2014 war die Keimzelle auch auf dem Umsonstfest – den was ist mehr umsonst als Schlaraffenland – oder umgekehrt?

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Kampagnen Auftakt

Bei stürmischer Kulisse begann am Freitag den 13. im Juni 2014 mit einer Leiterperformance die Kampagne „Solidarische Raumnahme“ in der HafenCity.

Presse war zugegen, die Positionspapiere wurden veröffentlicht und Forderungen gestellt. Auch die Keimzelle tönt:

„Freiräume für Stadtteilgärten: Die Keimzelle ist ein sozialer Garten für alle. Er befindet sich seit 2011 auf dem Ölmühlenplatz im Karolinenviertel St. Pauli. Die Keimzelle ist ein öffentlicher Freiraum für jenen. Wir bauen Bio-Gemüse an — und wir bauen an der Stadt-für-alle. 

Wir bekommen kein Geld für unsere gemeinnützige Arbeit.

Anstatt unsere Tätigkeit anzuerkennen oder uns mit Gießwasser und anderen nützlichen Dingen zu unterstützen, vermarktet die Stadt Hamburg kollektive Gärten lieber in Image-Broschüren.

Die Keimzelle versteht sich jedoch als Ausgangspunkt und Initiativie für einen großen Planungsgarten an der Alten Rindermarkthalle. Hier wollen wir mit Nachbarn Gemüse anbauen und Öffentlichkeit herstellen. Doch Pustekuchen!

Im Herbst eröffnet das neue Rinderhallen-Einkaufszentrum an der Feldstraße. Aber ohne uns. Wie sich zeigt, sind Parkplätze wichtiger als die Wünsche der Anwohner nach einem Stadtteilgarten und nach Mitbestimmung. Dabei hätten wir dort genügend Raum und ausreichend Zeit für einen vorbildlichen Planungsbeteiligungsprozess.

Wir wollen, dass an jeder Ecke überall in der Stadt die Möglichkeit zum gemeinschaftlichen Nahrungsbau und zum öffentlichen Handeln entsteht. Wir fordern, dass Stadtraumpolitik und Planungsvorgaben in Zukunft Freiräume für den sozialen Austausch und die aktive Beteiligung vorsehen.

Darum brauchen wir die SOLIDARISCHE RAUMNAHME!

Der ganze Auftakt zur „Solidarischen Raumnahme“ von Moritz Herda als Video in 22 min.

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Solidarische Raumnahme startet!

Die Keimzelle ist Teil der Kampagne „Solidarische Raumnahme„, die heute mit einer Auftaktveranstaltung und Pressekonferenz auf den Magellan-Terrassen in der HafenCity beginnt.

Freitag der 13. ums 11 Uhr geht’s los.

Mit der Solidarischen Raumnahme treten die selbstorganisierten Stadtteilzentren, Nachbarschaftstreffs, soziokulturellen Einrichtungen, Wagenplätze, kollektiven Gärten und Wohnprojekte gemeinsam auf und setzen sich ein für mietfreie und kostenlose Raumnutzungen – überall dort, wo Menschen sich für das Gemeinwohl engagieren.

Solidarische Raumnahme wird getragen vom Centro Sociale, dem Gängeviertel, Pudel VerFüGe, Tante Münze, welt*RAUM, KEBAP KulturEnergieBunker, der Keimzelle, dem Wagenplatz Zomia, Frappant, den Squatting Days, der Roten Flora, dem Wagenplatz Borribles, dem Gartendeck St. Pauli, der Villa Magdalena, den Autonomen Wohnprojekten … – und sie wird unterstützt von den institutionell geförderten Stadtteil- und Kulturzentren Bergstedt, Brakula, Goldbekhaus, GWA St. Pauli, HausDrei, Kulturhaus Süderelbe, Kulturhaus Eppendorf, Kulturladen St. Georg, Werkstatt 3, Zinnschmelze.

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